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Republik in Südamerika, Binnenstaat zwischen Brasilien, Paraguay, Argentinien, Chile und Peru, 1 098 580 km², 9,3 Mio. Einwohner, Hauptstadt Sucre, Regierungssitz La Paz.

Land und Leute

In Bolivien erreichen die Anden ihre größte Breite mit dem Hochland von Bolivien zwischen West- und Nordost-Kordillere; der Osten ist geprägt von Savannen mit feuchtheißem Klima. Die fast ausschließlich katholische Bevölkerung besteht zu 42 Prozent aus Indianern, 31 Prozent Mestizen und ca. 15 Prozent Weißen, Amtssprache ist Spanisch.

Wirtschaft

Trotz einer Agrarreform (1952) beherrschen Großgrundbesitzer die Landwirtschaft, die v. a. Kartoffeln, Mais und Obst anbaut und im Hochland Viehzucht betreibt. Bolivien verfügt über reiche Bodenschätze (u. a. Gold, Erdöl, Wolfram, Blei) und ist zweitgrößter Zinnproduzent der Welt. In den Städten arbeiten v. a. Betriebe der Nahrungsmittel-, Textil-, Holz- und Papierindustrie.

Geschichte

Auch in den bolivianischen Anden blühten indianische Hochkulturen, ehe das Gebiet um 1460 ins Inka-Reich eingegliedert wurde. Im Zuge der spanischen Eroberung wurde es an Peru angeschlossen und gewann erst eigene Konturen im Freiheitskampf zu Beginn des 19. Jh. 1825 wurde die Unabhängigkeit proklamiert und der Name Bolivien zu Ehren Bolívars angenommen. Den letzten Zugang zum Meer verlor das Land im Pazifischen Krieg gegen Chile (1879–83), das Acre-Gebiet im Nordosten musste es nach dem Krieg gegen Brasilien (1902/03) abtreten, und im Chacokrieg (1932–35) gegen Paraguay büßte es den Gran Chaco ein. Die Folge waren schwere wirtschaftliche Probleme und politische Instabilität. Es wechselten reformistische Regierungen wie die von Paz Estenssoro, 1952–56, 1960–64 und 1985–89 Präsident, mit rechten Militärregimes wie das von Oberst Banzer, 1971–78 Präsident. Scheiterten die Reformpolitiker am Widerstand der Grundbesitzer und Militärs, so sahen sich diese immer wieder Generalstreiks und Aufständen der Arbeiter und Besitzlosen gegenüber. Auch in naher Zukunft scheint keine Verbesserung der politischen Lage in Sicht. 2008 gründete Bolivien zusammen mit den anderen elf unabhängigen Staaten Südamerikas die Union Südamerikanischer Nationen (Unasur) nach Vorbild der Europäischen Union.